Ehemals Reichsstädtische Bibliothek (Stadtbibliothek)
Die Ehemals Reichsstädtische Bibliothek Lindau ist ein besonderer Teil des vom Stadtarchiv verwalteten Dokumentenerbes der Stadt. Sie ist die größte historische Rats- und Bürgerbibliothek am nördlichen Bodenseeufer. In ihr spiegeln sich wichtige Aspekte der deutschen und europäischen Geistes- und Kulturgeschichte zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert.
Die Bibliothek wurde 1538 auf Anregung wissensbegieriger Lindauer Bürger gegründet, die an den geistigen Bewegungen der Zeit, dem Humanismus und der Reformation, teilhaben wollten. Den Grundstock bildeten vermutlich die Buchbestände des 1528 aufgelösten Franziskanerklosters, vielleicht einige wenige 100 Werke, die bis zum Ende der Reichsstadtzeit (um 1800) durch regelmäßigen Kauf und durch Schenkungen auf ca. 15.000 Bände anwuchsen (darunter über 140 Wiegendrucke). Bis heute sind sie gegliedert, aufgestellt und katalogisiert nach einer um 1780 eingeführten Ordnung, die folgende Abteilungen unterscheidet:
- A -Naturgeschichte, Physik, Ökonomie
- B -Geographie, Genealogie, Chronologie, Heraldik, Numismatik
- C -Philosophie und Philologie
- D -Mathematik
- E -Allgemeine und besondere Geschichte
- F -Scriptores Rerum Germanicarum et Jus Publicum
- G -Bibelsammlung
- H -Exegetische Schriften
- Ja -Patristik, Dogmatik und Moral
- Jb -Theologische Literaturgeschichte
- K -Vermischte theologische Schriften, insbesondere asketischen und polemischen Inhalts
- L -Zivil- und Kirchenrecht
- Ma -Medizin, Chirurgie
- Mb -Alchimie
- N -Kirchengeschichte
- O -Literarische Geschichte
- P -Vermischte Schriften und Manuskripte
Das Stadtarchiv bietet nach Absprache einstündige Führungen für Gruppen (10 - 20 Personen) an, bei denen ausgewählte Werke vorgestellt werden. Eine wissenschaftliche Nutzung kann während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs bzw. nach Absprache erfolgen. Als Findmittel liegt ein handschriftlicher Bandkatalog vor, der in naher Zukunft in eine elektronische Form (pdf-Datei) konvertiert werden soll.
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Die Abbildung stammt aus der illustrierten Handschrift des auf die Operation von Leistenbrüchen spezialisierten Lindauer Chirurgen Caspar Stromayr: "Practica copiosa von dem Rechten Grundt Deß Bruch Schnidts...", 1559


